Dieser Artikel stammt ursprünglich vom 14. Dezember 2006.
Als Schubladenhasser, Freiflieger und (meistens) allein Praktizierender hab ich’s ja nicht so mit Coven-Arbeit. Genauer gesagt: ich hab gar keine Ahnung davon ![]()
Trotzdem ist mir in Witchcraft Today eine Sache sehr aufgestoßen:
Gardner setzt vorraus, dass man in einem Coven in Paaren zusammen arbeitet; idealer Weise seien Liebes- bzw Ehepaare vorzuziehen. Natürlich setzt er gegengeschlechtliche Paare voraus und zieht lesbische/schwule nicht mal in Betracht.
Desweiteren betont er ausdrücklich, dass eine Initiation eines Mannes immer nur durch eine Priesterin, die einer Frau nur durch einen Priester geschehen soll (ausser bei der Initiation der eigenen Kinder).
Begründet wird das ganze mit dem üblichen “Gesetz seit Anbeginn der Zeit” und “das erzählten meine geheimen Quellen” und – hier kommt der Knackpunkt – “weil große Liebe zwischen denen entsteht, die gemeinsam durch die Rituale gehen”.
Aha, lieber Gerald, zwischen Männern bzw. zwischen Frauen kann es keine große Liebe geben, wie zwischen Mann und Frau, oder wie?
Weiter folgt ein ziemlich unhistorischer Blödsinn über die Tempelritter und die Hypothese (sehr geschickt
) dass der Orden “gefallen” sei, weil sie “die Kraft von Mann zu Mann weitergeben” hätten.
Jetzt fehlt nur noch das Wörtlein “widernatürlich” und wir bewegen uns konform mit den vatikanischen Inquisitoren.
Liegt es ander Zeit in der das Buch entstanden ist? Liegt es daran, dass Gardner einfach eine Hete war? Immerhin ist bei Crowleys Sexualmagie auch nie die Rede von Homosexualität (was auch wieder ein eigenes Thema ist).
Oder bin ich da wieder zu empfindlich?
