Der Berg, der Fuchs und über 1000 Torii

3 04 2008
Etwa nach einem Drittel des Wegs

Es heißt in vielen Religionen sinngemäß, dass man nur durch große Anstrengungen zu Gott gelangt. Der japanische Reis- und Sakegott Inari ist offensichtlich ebenfalls dieser Ansicht. Auf diesen Gedanken kann man jedenfalls kommen, wenn man sich sich seinen/ihren Schrein in Fushimi, einem Vorort von Kyoto, genauer ansieht.

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Die ersten Stufen und ein Fuchs im Wald

Auf den ersten Blick wirkt Fushimiinari-taisha wie jeder größere Shinto-Shrein: Ein großes Torii markiert den Eingang auf das Gelände, vor dem Hauptgebäude (das nicht betreten wird) finden wir eine Gebetshalle und vor dieser wiederum steht der Opferstock mit der Glocke. Auch fehlt es nicht an kleinen und kleinsten Nebenschreinen, einer Bühne für heilige Tänze, Verkaufsbuden für Glücksbringer und Votivtafeln, Andenkenläden und (eine Besonderheit bei Inari geweihten Schreinen) Fuchsstatuen.

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Blick nach unten - Kleine Klingeln

Das Interessante (und Magnet für hunderte Touristen aus dem In- und Ausland) findet man hinter dem Hauptschrein: Über einem Rundweg, der vom Schrein zum Gipfel des Berges Inariyama und zurück führt, spannen sich tausende Torii. Stufe um Stufe steigt der Besucher hinauf, begleitet vom Rauschen des Windes, dem Rufen der Raben und dem Plätschern der Bäche. Wohin man blickt sieht man das rote Holz der Torii, beschriftet mit dem Namen des Stifters und Datum der Errichtung.

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Ich habe die Stufen nicht gezählt - Grauer Stein und rotes Holz

Links und rechts des Weges stehen (teils dicht an dicht) weitere, für mich unzählbare Schreine und Altäre. Meist sind es nur gravierte Steine, denen ebenfalls kleine hölzerne Modell-Torii, aber auch Girlanden aus Origamikranichen, Kerzen, Weihrauch, Geld oder Lebensmittel geopfert werden. Das ist natürlich eine hochinteressante Sache, daher wimmelt es an dieser Stätte von Pilgern und Touristen. Letztere (also auch wir :-)) sind einfach zu erkennen: meist Europäer (bzw. Amerikaner, Australier etc.), die Kamera in der Hand. Aber auch die Japaner sind reisefreudig. Wir haben viele Familien den Berg besteigen sehen, ältere Damen im Kimono, Geschäftsleute im Anzug, Sportler auf dem Weg zum oder vom Training und - jetzt kommt’s - Jogger, die wohl etwas für Körper und Seele gleichzeitig tun wollten.

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Auf dem Gipfel - Blick auf dem halben Weg nach oben

Je weiter man nach oben kommt, um so spärlicher werden die großen Torii und um so einsamer wird der Weg. Bis ganz nach oben, zum kleinen Gipfelschrein, wagen sich nur wenige Besucher hinauf. Aber ganz alleine ist man in einem Land, dessen Urreligion angeblich Myriaden Götter kennt eh niemals. Wer es bis ganz nach oben schafft, wird mit einem tollen Gefühl des “Jetzt hab ich’s geschafft!” belohnt - und erhascht vielleicht wie wir einen Blick auf eine Katze, die Speiseopfer (das das Essen noch verpackt war stört wohl nicht) vom Altar klaut!


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2 Antworten zu “Der Berg, der Fuchs und über 1000 Torii”

4 04 2008
Mama (05:47:31) :

Hallo an Dich und Katja!
Erstmal danke für Deine Grüsse und noch ein schöne Zeit. Essentechnisch hast Du ja gewusst, was auf Dich zukommt - also moser nicht so über den Fisch :-D.
Ich hoffe, Du bringst wieder viele Bilder mit.
Gruß und Kuss
Mama und Papa

P.S.: Der Buddha sitzt schon draußen.

5 04 2008
Dreamdancer (10:47:42) :

Ich sah gerade letzthin eine Dok über Shinto und war einmal mehr fasziniert. Weiterhin schöne Eindrücke und Erfolgserlebnisse wünscht Dir

Der Dreamdancer :-)

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