Ins Wasser gefallen

7 04 2008

Heute hat’s den ganzen Tag geregnet. Also ist der geplante Ausflug nach Kobe wortwörtlich ins Wasser gefallen. Macht aber nichts, mehr als den Hafen (der sich sicher nicht von jedem anderen Hafen einer Großstadt irgendwo auf der Welt unterscheidet) und Chinatown hätten wir uns eh nicht ansehen wollen. Also haben wir uns einen ruhigen Tag in Umeda gemacht, waren erst Okonomiyaki essen (mit einem trotz Mistwetters wunderbaren Blick aus dem 29. Stock über die Stadt – leider hatte ich keine Kamera dabei) und dann kurz bummeln.

Im Gegensatz dazu war das Wetter gestern bombig, 20° und Sonnenschein. Perfekte Bedingungen für einen Sonntagsspaziergang im Nationalpark von Minoo. Verschiedene Wanderwege schlängeln sich hier, dem Lauf eines Baches folgend und in regelmäßigen Abständen von den hierzulande unvermeidlichen Souvenier- und Fressbuden begleitet, durch eine bewaldete Schlucht. Grade im Herbst soll es hier sehr schön sein, wenn sich die Ahornbäume rot färben. Übrigens ist ein beliebtes Mitbringsel aus Minoo ein Gebäck aus frittierten Ahornblättern…

Am Ende der Schlucht wartet dann das Highlight des Parks auf den Wanderer: der berühmte Wasserfall. Da wir zuhause im Ruhrgebiet ja mit Schluchten und so nicht grade gesegnet sind und Ausflüge in irgendwelche (Mittel-)Gebirge bei mir kaum vorkommen, war das tatsächlich das erste Mal für mich, dass ich vor einem richtigen Wasserfall gestanden habe. Einen der hier freilebenden Affen haben wir auch an einer lichten Stelle durch das Unterholz der Felswand klettern sehen.

Mein persönlicher Höhepunkt dieses Tages war (neben einem intensiven Gespräch an der rauschenden Kaskade) der Sprung in den kühlen, zwei Meter unter mir fließenden Bach. Mein Reisetagebuch war mir aus den ungeschickten Fingern gerutscht und ins Wasser gefallen (selbst schuld, was setz ich mich auch statt auf die Bank an die Steinkante). Also rutschte ich fluchend den Fels hinunter, glitt auf den glitschigen Kieseln im Bachbett in einen Spagat und konnte das Tagebuch noch rausfischen, bevor es wegtreiben konnte.

Ausser aufgequollenen Seiten und durchnässten Schuhen ist nichts passiert – und die Blicke der bis zu meinem Sprung noch fröhlich schnatternden japanischen Omas auf der Bank neben mir war einfach göttlich…


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4 Antworten

7 04 2008
Dreamdancer

Zum reichen eines Handtuches ist es jetzt wohl zu spät :D

Lieben Gruss

9 04 2008
Zelad

Always know where your towel is!

So, oder so ähnlich, stand es bereits im Anhalter durch die Galaxis geschrieben. ;-)
Die Blicke der älteren Damen, das sind die Kleinen Momente im
Leben, die es wert sind. :-)

Noch weiterhin eine gute Zeit! =)

der Zelad

4 05 2008
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[...] Wasserfälle? Mutter Ruhr kann das [...]

26 06 2009

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