Dunkelheit…
Nun, “Dunkelheit” ist im Ruhrgebiet relativ, macht doch die Lichtvermutzung aus der Nacht immer noch ein trübes Zwielicht, selbst an abgelegenen Orten am Ruhrufer. Aber auch “abgelegener Ort” ist hier ein relativer Begriff.
Stille umfängt mich, als ich am Fluss sitze und die fünf Kerzen, eine für jeden Vollmond seit Yul, entzünde. Das Wasser fließt schnell an dieser Stelle; nur selten ist ein Gluckern zwischen den Steinen zu hören. Zu meiner linken, am anderen Ufer, liegt der Tagsüber von Menschen volle Leinpfad einsam und verlassen. Zu meiner rechten, im Wäldchen am Steilhang, ruft ein Vogel.
Vor mir schiebt sich der Vollmond aus den Wolken über dem Isenberg und beleuchtet das Tal, wirft einen silbernen Streifen über den Fluss und freut sich an den Fledermäusen, die in seinem Licht tanzen und jagen.

Lichtvermutzung. Das klingt beiweiten harmonischer als Verschmutzung.
Und auf einer Gefühlsebene bringt es das Empfundene viel näher als es
das ursprüngliche Wort vermochte. Es hat etwas von ästethischer
Klangwelt, und sollte im Zuge der ungewollten Wortneuschöpfungen
unbedingt in unseren Sprachschatz aufgenommen werden, so
war tödliche Halbwahrheiten mein Weg zur Erleuchtung sind.
Lichtverschmutzung, Verschmutzung des Nachthimmels durch Licht.
Filmzitate für alle Fälle:
“Die Großstadt leuchtet so hell, man sieht hier kaum Sterne am Himmel.” (oder so ähnlich) aus MIB