Eis Rabenzahl ass an d’Vakanz zu Lëtzebuerg … ähm… pardon… will sagen: Unser Rabenzahl macht Urlaub in Luxemburg.
Seit letztem Herbst ist mir unser kleines Nachbarland aus ganz persönlichen Gründen sehr ans Herz gewachsen. Und so nutze ich zum wiederholten Mal wieder die Gelegenheit, mal länger als nur übers Wochenende hinzufahren und mich schön zu entspannen. Ausserdem kann ich so Land und Leute wieder ein Stück besser kennenlernen; sei es beim Nationalfeiertag in Luxemburg-Stadt oder bei sommersonnigen Spaziergängen in die nähere Umgebung.
Es ist besonders auch herrlich aus der überfüllten Enge des Ruhrpotts rauszukommen, weite walddurchzogene Feldlandschaften zu haben, weitab von Touristenecken. Nicht dass man dort nicht auch zur Ruhe kommen könnte
. Was – neben den Menschen wegen denen ich hier bin – mich am meisten fasziniert ist, dass hier in unmittelbarer Umgebung uralte Kultplätze zu finden sind.
Zum einen ist hier der höchste „Berg“ der Gegend zu nennen, um den sich die eine oder andere Sage rankt. So soll Karl der Grosse durch das Wasser einer Quelle auf dem Gipfel von Tuberkolose geheilt worden sein. Eine andere Sage bringt dieselbe Quelle mit dem Heiligen Willibrord (derselbe Missionar, der den heidnischen Friesen auf Helgoland unangenehm aufgefallen war und der im ebenfalls luxemburgischen Wallfahrtsort Echternach begraben liegt) in Verbindung. Heute noch wird die Quelle verehrt (jedenfalls lassen frische Blumen und Kerzen darauf schliessen) und seit knapp 100 Jahren steht eine Kapelle daneben. Kaiser hin, Missionare her, man kann, denke ich, davon ausgehen, dass auch die in dieser Gegend siedelnden Kelten die Quelle verehrt haben. Ich sage nur Kultkontinuität.
Zum anderen findet sich am Fuss dieses Berges ein Grabhügel eines römischen Befehlshabers, in dessen Grabaltar die Asche und Grabbeigaben bestattet waren. Umgeben von Eichen und Kiefern, bewachsen mit Johanniskraut, wilden Erdbeeren und genau einem Stechpalmenbusch hat es hier schon eine ganz besondere Atmosphäre – trotz Landstrasse und Bauernhof in Sicht- und Hörweite…
