“Zunehmende Islamisierung”

Penta

Hier ist mal ein Kommentar von mir auf die Frage in einem Forum, was den von der “zunehmenden Islamisierung in Deutschland” zu halten sei.

Ok, erst mal vorweg, das ist ein Thema, dass bei vielen Leuten die Emotionen hochkochen lässt. Kann ich verstehen. Aber trotzdem sollten wir uns um einen sachlichen Ton bemühen.

Ich persönliche beobachte im Moment (besonders im Internet) eine zunehmende Radikalisierung so ziemlich jeder Glaubensgemeinschaft, sei es die katholische Kirche, seien es gewisse Strömungen im Islam, evangelikale Christen, deutsche Asatruar oder sogar (amerikanische) Wiccans.

Religion ist meiner Meinung - und das habe ich schon häufig gesagt - nur eine äußere Form; der Inhalt und das Ziel jeglicher Religiösität ist das selbe , nämlich die Verbindung des Menschen mit dem Göttlichen.

Jegliche Radikalisierung, jegliche Dogmatik der Religion (wie nebenbei auch der Politik) treibt einen Keil zwischen die Menschen. Das hat die Vergangenheit häufig gezeigt. (…) Bei sowas muss ich ko**en!

Die Menschen in Deutschland haben (und das über Religionsgrenzen hinweg) zunehmend soziale Probleme. Das darf ich auf der Arbeit täglich anhören, man ließt es in der Zeitung, hört es in Radio, Fernsehn und Internet. Klar, dass man da nach Kompensation sucht. Und wer war immer Anlaufpunkt bei Problemen? Die Religionen. Und radikale Parteien. Und natürlich Mischformen.

Menschen mit sozioökonomischen Problemen, die zunehmend an ihrer Situation verzweifeln, sind (auch das zeigt die Vergangenheit) bevorzugte Zielgruppe solch radikaler Gruppen. So erklärt sich meiner Meinung der enorme Zulauf, den nicht nur z.B. Milli Görüş sondern auch das rechtsradikale Spektrum im Moment zu verzeichnen hat.

In so weit betrachte ich nicht eine Islamisierung als Problem, sondern viel mehr das ganze Klima der Radikalisierung - nebenbei nicht nur in Deutschland!

Ich habe jeden Tag Muslime als Kundschaft. Ich habe muslimische Arbeitskolleginnen, ich habe einen muslimischen Nachbarn. Und bei keinem habe ich bisher radikale Tendenzen beobachtet.

Mein Nachbar hat ein Bild der Kaba in der Küche hängen. Aber in keinem Gespräch hat er irgendwelche islamistische Kritik am “Westen” fallen lassen.

Meine Arbeitskolleginnen hab ich noch nie mit Kopftuch gesehen. Religion spielt in ihrem Leben nur eine Nebenrolle. Zitat: “Wenn ich ne alte Frau bin, dann kann ich n Kopftuch tragen, jetzt will ich erstmal Spaß am Leben haben!” Oder die andere zum Opferfest: “Naja, für meinen Vater hat das einen religiösen Hintergrund, für uns Kinder is das ein tolles Familienfest und ne Party!”

Was möchte ich mit dieser Predigt sagen? Leute, habt offene Augen für jeden Radikalismus. Seid offen, geht auf die Menschen zu, sprecht mit ihnen. Gegenseitige Akzeptanz ensteht aus gegenseitigem Verstehen.

Hütet Euch davor, pauschal über einen Menschen nach seiner “Gruppenzugehörigkeit” zu urteilen. Seht in jedem Menschen ein Individuum.

Und: Seht zu, dass ihr euch nicht selbst radikales Gedankengut aneignet, egal wie es aussehen mag. Hinterfragt stets kritisch eure eigenen Motive.

Das ist meine Meinung.
Blessed be.

Eine Antwort zu ““Zunehmende Islamisierung””

14 02 2008
nobby (15:54:13) :

Tolle Meinung, deckt sich sehr mit meiner. Erfreulich, dass es doch noch so viele vernünftige Menschen gibt, bei all der Radikalisierung.

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